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Flora & Fauna im Korallenriff von Soma Bay Teil 4

Teil 4: Seltene Riesen

Walhai

In Soma Bay kann man im Korallenriff nicht nur zahlreiche Arten von Falterfischen, Kaiserfischen, Schnapper, Doktor- oder Papagei-fischen bewundern, sondern, wenn auch eher selten, die sanften Riesen des roten Meeres. Ein- bis zweimal im Jahr kommt ein äußerst seltener Meeresbewohner an das Hausriff von Soma Bay: ein Walhai. Er ist der größte Hai und zugleich der größte Fisch der Gegenwart. Dieser langsame Riese ist beeindruckend durch seine schiere Größe. Für Taucher und Schnorchler ist er überhaupt nicht gefährlich, dafür um so faszinierender. 

Foto von Tim Wiese: Walhai, Soma Bay

Die Haie haben einen markant gefärbten blaugrauen Rücken, der übersäht ist mit weißen Punkten und Streifen, einen hellen Bauch und ein ca. 1,5m breites, stumpfes Maul. Durch dieses Maul, das sich über die gesamte Breite des Kopfes erstreckt, lassen die Haie bis zu 6.000 Liter Wasser pro Stunde hindurchströmen. 

Die schwammartigen Kiemenbögen filtern Plankton, Algen, Krill und verschiedenste Kleinstlebewesen sowie Fische. Walhaie stehen auf der roten Liste und zählen damit zu den stark bedrohten Tierarten der Welt. Ich danke Tim, der dieses schöne Tier in unmittelbarer Nähe des Steges fotografieren konnte, für diese Bilder.

Foto von Tim Wiese: Walhai, Soma Bay
Foto von Tim Wiese: Walhai, Soma Bay

Delfin

Die Delfine kommen ähnlich wie der Walhai äußerst selten am Hausriff vorbei und man benötigt schon eine große Portion Glück, um sie bei ihrem kurzen Aufenthalt fotografieren zu können. Delfine sind wohl die faszinierendsten Meeresbewohner für uns Menschen. Sie gehören zur Gruppe der Zahnwale und sind ebenfalls Säugetiere. Delfine sind schnelle Schwimmer. Sie erreichen im Gegensatz zu Walhaien Geschwindigkeiten bis zu 55 Kilometer pro Stunde. Oft springen sie aus dem Wasser, um zuweilen akrobatische Figuren auszuführen. 

Foto von Ulrich Hanusyk: Delfine, Soma Bay  

Delfine sind soziale Tiere, die in Gruppen zusammenleben. Sie verständigen sich mit Klicklauten und Pfeifen. Durch hochfrequente Töne sind sie zudem in der Lage, ihre Umwelt mittels Echoortung wahrzunehmen. Delfine gehören zu den Zahnwalen und ernähren sich hauptsächlich von Fisch, aber auch Tintenfische oder Krebstiere stehen auf ihrem Speiseplan.

Foto von Ulrich Hanusyk: Delfine, Soma Bay  

Napoleon

Ein weiterer Gigant unter den Rifffischen ist der Napoleonfisch. Der Napoleon mit seinem kräftigen Stirnhöcker gehört zur Familie der Lippfische und kann bis zu 2,3 Meter lang sein. Er ist sehr scheu und deshalb auch nur mit Glück im Riff von Soma Bay zu sichten.  Er frisst Mollusken, Seeigel oder Kofferfische und ist einer der wenigen Raubfische, die giftige Arten verzehren können. Mit seinen kräftigen Zähnen knackt er selbst hartschalige Krebstiere.

Der Napoleon-Lippfisch ist tendenziell ein Einzelgänger und tagaktiv. Die Nacht verbringt er geschützt in Höhlen oder Riffspalten.

Foto von Dr. Hager: Napoleon, Soma Bay  

Taucher und Schnorchler können sich dem Napoleon leicht nähern, da er majestä-tisch und langsam durch das Wasser gleitet. Sein fein strukturiertes Muster ist auf dem oberen Foto gut zu erkennen. 

Foto von Dr. Hager: Napoleon, Soma Bay  

Muräne

Riesenmuränen sind in Soma Bay weit weniger selten als der Napoleon oder Walhai, mit einer Länge von 2,3 Meter jedoch ebenso beeindruckend. Die Riesenmuräne ist braun mit leopardähnlichen schwarzen Flecken. Mit ihrem großen Maul und den vielen Zähnen wirkt sie angsteinflößend. Muränen fressen vorwiegend Fische und Krebse.

Foto von Dr. Hager: Riesenmuräne, Soma Bay  

Alle Muränen leben mehr oder weniger versteckt in Höhlen sowie Felsspalten von Korallenriffen und verlassen in der Regel nachts zur Jagd ihren Unterschlupf. Sie schwimmen mit Hilfe schlängelnder Bewegungen des ganzen Körpers. Tagsüber ragt meist nur der Kopf aus dem Unterschlupf. Muränen sind standorttreu und suchen immer wieder das gleiche Versteck auf.

Foto von Dr. Hager: Muräne, Soma Bay  

Blaupunkt-Stechrochen

Rochen entwickelten sich aus den Haiarten und teilen mit ihnen das Knorpelskelett. Ihr Körper ist flach, fast linsenartig und ca. 70 cm groß. Wenn sie sich im Wasser bewegen, so scheint es, dass Rochen mit grazilem Flügelschlag fliegen. Die Boden-bewohner haben alle eine weiße Unterseite und liegen häufig im Sand, wobei nur die Augen und die Atemlöcher frei sind. Auf der Oberseite der Tiere befinden sich die namensgebenden blauen Punkte, welche auf dem Schwanz in blaue Streifen über-gehen.Die meisten Rochen ernähren sich von Mollusken, Würmern, Krebsen und Fischen. 

Fotos von Dr. Hager: Blaupunktrochen, Soma Bay  

Menschen gegenüber sind Blaupunktrochen scheu und nicht aggressiv. Stechrochen besitzen ein bis zwei giftige Stacheln mit Widerhaken am Schwanzende, die auch für Menschen gefährlich sein können, wenn sie auf die im Sand vergrabenen Tiere treten. Das Gift des Blaupunktrochens ist für Menschen nicht tödlich, wobei der Stich jedoch als sehr schmerzhaft empfunden wird. In Soma Bay trifft man zu jeder Jahreszeit Blaupunkt-Stechrochen im Hausriff an. Oft liegen sie längsseits am Steg und lassen sich von der Sonne aufwärmen.

Fotos von Dr. Hager: Blaupunktrochen, Soma Bay  
Fotos von Dr. Hager: Blaupunktrochen, Soma Bay  

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